01 / RAUMFAHRT / MOBILITÄT
Tesla lässt den Roadster abheben
Tesla stellte am 15. Oktober den neuen Roadster auf dem Testgelände von SpaceX in Texas vor. Ein Prototyp fuhr mithilfe von Druckluftdüsen und Ventilatoren unter dem Fahrzeug kopfüber, hob ab, drehte sich in der Luft und landete wieder. 1
Für die Düsen übernimmt Tesla Technik von SpaceX. Die Ventilatoren saugen das Auto an die Fahrbahn und sorgen so für mehr Haftung. Laut Tesla beschleunigt der Roadster in 0,8 Sekunden auf 60 Meilen pro Stunde und erreicht mehr als 370 Kilometer pro Stunde. An einem Serienfahrzeug wurden diese Werte noch nicht getestet. 2
Das erste Konzept erschien 2017 und war damals für 2020 angekündigt. Nun soll die Produktion 2028 beginnen. Einen endgültigen Preis, die Reichweite und die mögliche Flugdauer der stärksten Version hat Tesla nicht genannt. 1
Warum es wichtig ist
Der Roadster verbindet Teslas Elektroauto-Technik so deutlich wie kein Produkt zuvor mit Hardware von SpaceX. Das Ventilatorensystem und die aktive Fahrzeugsteuerung könnten im Alltag nützlicher sein als der kurze Flug, besonders beim Beschleunigen und in Kurven.
Realitätscheck
Zu sehen war ein sorgfältig vorbereiteter Prototyp, kein Serienfahrzeug. Die fliegende Version ist nicht für öffentliche Straßen zugelassen, eine Reservierung garantiert keine Auslieferung und Tesla hat bereits mehrere Roadster-Termine verpasst.
02 / QUANTENCOMPUTING
Google verringert einen Quanten-Engpass um den Faktor 40
Google zeigte ein neues Verfahren, um einen der speziellen Zustände vorzubereiten, die Quantencomputer für besonders schwierige Berechnungen benötigen. Auf dem Willow-Prozessor sank die Fehlerquote dabei um etwa den Faktor 40; die logische Genauigkeit lag bei 99,99 Prozent. 3
Diese vorbereiteten Zustände werden bei einer Berechnung verbraucht. Ein großer Quantencomputer müsste sie deshalb laufend neu erzeugen. Schätzungen zufolge könnte allein dieser Schritt bis zu 95 Prozent seiner gesamten Leistung beanspruchen. 3
Googles Verfahren beginnt mit einem noch ungenauen Zustand. Mehrere Prüfungen sortieren fehlerhafte Versuche aus. Der übrig gebliebene Zustand kann anschließend in einen größeren Bereich des Prozessors übertragen und dort für ein Programm genutzt werden. 3
Warum es wichtig ist
Ein brauchbarer Quantencomputer kann nicht fast seine gesamte Hardware dafür einsetzen, nur eine Voraussetzung für die eigentliche Berechnung herzustellen. Sinkt dieser Aufwand, könnten künftige Maschinen kleiner und günstiger werden.
Realitätscheck
Verbessert wurde ein wichtiger Einzelschritt, nicht der gesamte Quantencomputer. Google muss das Verfahren noch in deutlich größeren Systemen wiederholen. Außerdem stammen die genannten Werte von dem Team, das die Technik entwickelt hat.
03 / KI / MÄRKTE
Anthropic wächst rasant und enttäuscht trotzdem
Anthropic teilte möglichen Investoren mit, dass der Umsatz im dritten Quartal 16,8 Milliarden Dollar erreichte. Das waren 45 Prozent mehr als im Vorquartal. Nach eigener bereinigter Rechnung arbeitete das Unternehmen profitabel. 4
Die Zahlen zeigen, dass ein führendes KI-Labor schnell wachsen und zugleich mehr Geld einnehmen als ausgeben kann. Gleichzeitig plant Anthropic für das kommende Jahrzehnt mehr als 500 Milliarden Dollar für Rechenleistung und Infrastruktur ein. 5
Einige Investoren diskutierten für den geplanten Börsengang im November dennoch nur noch über eine Bewertung von rund 1,5 Billionen Dollar. Zuvor waren etwa zwei Billionen Dollar erwartet worden. Der Umsatz sank nicht, doch das Wachstum verlangsamte sich, nachdem er sich im zweiten Quartal mehr als verdoppelt hatte. 4
Warum es wichtig ist
Anthropics Börsengang wird zeigen, wie viel Anleger für eines der führenden KI-Unternehmen zu zahlen bereit sind. Die Reaktion macht deutlich, wie hoch die Erwartungen inzwischen sind: Selbst 45 Prozent Wachstum in drei Monaten können als Enttäuschung gelten.
Realitätscheck
Die Zahlen wurden Investoren in einem nicht öffentlichen Termin präsentiert und sind nicht geprüft. Die 1,5 Billionen Dollar waren eine Diskussion unter Investoren und kein von Anthropic festgelegter Preis. Außerdem berücksichtigt der bereinigte Gewinn nicht sämtliche Kosten der Modellentwicklung.
04 / LANGLEBIGKEITSFORSCHUNG
Ein Gen hält alte Mäuse länger fit
Forscher entwickelten ein Verfahren, das das Alter einer Hautzelle anhand ihrer aktiven Gene schätzt. Anschließend suchten sie nach Genen, die alte menschliche Zellen wieder jünger erscheinen lassen, ohne dass diese ihre normale Funktion als Hautzellen verlieren. 6
Das stärkste Ergebnis lieferte SRSF1. Dieses Gen ist daran beteiligt, die Bauanleitungen vorzubereiten, nach denen Zellen Proteine herstellen. Wurde es aktiviert, gingen in alten menschlichen Zellen im Labor mehrere Anzeichen für Alterung, Zellstress und Entzündungen zurück. 6
Bei alten Mäusen verlangsamte die experimentelle Gentherapie den körperlichen Abbau um 44 Prozent. Die mittlere Lebensdauer stieg um 14 Prozent. Jede Gruppe bestand allerdings nur aus neun oder zehn Mäusen. 6
Warum es wichtig ist
Viele Verjüngungsexperimente setzen Zellen so weit zurück, dass sie ihre ursprüngliche Aufgabe verlieren können. In dieser Studie verbesserte ein einzelner Faktor mehrere Altersmerkmale, während die Zellen weiterhin Hautzellen blieben.
Realitätscheck
Das sind frühe Versuche an Zellen und eine sehr kleine Mäusestudie, keine Behandlung für Menschen. Mehrere Autoren sind an einem passenden Patentantrag beteiligt. Zwei von ihnen halten Anteile an einem Unternehmen, das Therapien gegen altersbedingte Krankheiten entwickelt.