1. OpenAI zeigt erstmals Leistungsdaten seines Chips (KI)
OpenAI veröffentlichte am 25. August erstmals Leistungsdaten von Jalapeño, einem eigenen Chip für den Betrieb von KI-Modellen. Systeme mit dem Chip erledigten in den Tests 1,5- bis 1,9-mal so viel Rechenarbeit pro Watt wie Systeme mit Nvidias GB200 und GB300. Die Ende-zu-Ende-Latenz sank laut OpenAI um den Faktor 1,7 bis 3,6. 1
Bei stark interaktiven Aufgaben erreichte Jalapeño die 2,1- bis 4,1-fache Leistung. Getestet wurden die drei öffentlich verfügbaren Modelle GPT-OSS 120B, DeepSeek R1 670B und Kimi K2.5 1T. 1
OpenAI setzte eigene Modelle auch beim Entwurf und bei der Programmierung des Chips ein. Ende 2026 sollen zunächst sehr kleine Stückzahlen genutzt werden, 2027 soll der Einsatz wachsen. Nvidia-Hardware kauft OpenAI weiterhin. 2
Warum es wichtig ist
Jede Anfrage eines Nutzers oder KI-Agenten verursacht Rechenkosten. Ein schnellerer und effizienterer Chip könnte diese laufenden Kosten senken und OpenAIs Abhängigkeit von Nvidia in einem besonders teuren Teil des Geschäfts verringern.
Realitätscheck
Die Ergebnisse stammen von OpenAI selbst und vergleichen einen künftigen Chip mit heute verfügbaren Nvidia-Systemen. Jalapeño ist für den Betrieb fertiger Modelle gedacht, nicht für deren Training. Nennenswerte Stückzahlen sind erst 2027 geplant. Bis dahin bleibt OpenAI auf Nvidia angewiesen.
2. Nvidias Quartal mit 96 Milliarden Dollar Umsatz (Märkte)
Nvidia meldete am 26. August einen Quartalsumsatz von 96,2 Milliarden Dollar, 106 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Davon kamen 89 Milliarden Dollar aus dem Rechenzentrumsgeschäft. Der Nettogewinn lag bei 59,7 Milliarden Dollar. 3
Für das laufende Quartal erwartet das Unternehmen 108 Milliarden Dollar Umsatz. Verkäufe von Rechenzentrumschips nach China sind darin nicht enthalten. Die Bruttomarge blieb bei 75 Prozent. 3
Nvidia verhandelte außerdem über den Kauf von Hugging Face für rund 13 Milliarden Dollar. Über die Plattform werden Modelle, Datensätze und KI-Werkzeuge geteilt. Bis zum 31. August hatten die Unternehmen jedoch keinen Abschluss bekannt gegeben. 4
Warum es wichtig ist
Nvidia beherrscht bereits einen großen Teil der Hardware, mit der KI trainiert und betrieben wird. Mit Hugging Face könnte das Unternehmen zusätzlich beeinflussen, wie Entwickler Modelle finden und verbreiten. Gleichzeitig beginnen große KI-Labore, eigene Chips zu bauen.
Realitätscheck
Die Gespräche über Hugging Face waren noch kein abgeschlossener Kauf. Die Bedingungen könnten sich ändern oder die Verhandlungen ganz scheitern. Unter Nvidias Kontrolle könnten Entwickler und konkurrierende Chiphersteller zudem auf andere Plattformen ausweichen. Die Quartalszahlen zeigen zugleich, wie klein die Bedrohung durch kundeneigene Chips bislang ist.
3. OpenAI will Cursor den Modellzugang entziehen (KI / Märkte)
OpenAI teilte SpaceX am 28. August mit, Cursor künftig keine Modelle mehr bereitzustellen. Die Belieferung soll am 12. November enden. Auch neue OpenAI-Modelle soll Cursor nicht mehr erhalten. 5
Der Vertrag erlaubt OpenAI eine Kündigung nach einem Eigentümerwechsel. Das Unternehmen erklärte, es könne nicht darauf vertrauen, dass SpaceX die Technologie innerhalb der vereinbarten Bedingungen nutze. 5
Cursor erklärte, die Gespräche liefen weiter. Anthropic will unterdessen mehr Kapazität für Claude-Modelle in Cursor bereitstellen. 6
Warum es wichtig ist
Programmierwerkzeuge wie Cursor sind auf Modelle anderer Anbieter angewiesen. Nach dem Eigentümerwechsel gehört Cursor nun zu einem direkten Konkurrenten von OpenAI. Der Streit zeigt: Wer die Anwendung kauft, sichert sich damit noch lange nicht die Modelle, auf denen sie läuft.
Realitätscheck
Die Trennung ist angekündigt, aber noch nicht endgültig. Bis November können die Unternehmen weiterhin eine Einigung finden. Cursor unterstützt bereits andere Modelle; ohne OpenAI würde das Angebot kleiner, aber nicht unbrauchbar. Zudem spielt der persönliche Konflikt zwischen Sam Altman und Elon Musk in den Streit hinein.
4. XPeng nimmt 900 Millionen Dollar für humanoide Roboter auf (Robotik)
XPengs Robotiksparte schloss Vereinbarungen über eine Finanzierungsrunde von mehr als 900 Millionen Dollar. Nach der Runde wird sie mit über 6,3 Milliarden Dollar bewertet. XPeng bezeichnete sie als bislang größte private Finanzierung für KI in physischen Systemen in China. 7
Das Geld soll in Hardware, Software, Modelltraining, Produktionsanlagen und die internationale Expansion fließen. XPeng will seinen humanoiden Roboter IRON bis Ende 2026 in Serienproduktion bringen. Zunächst soll er in eigenen Geschäften und Industrieanlagen eingesetzt werden. 7
Bis Jahresende strebt das Unternehmen eine Produktionsrate von 1.000 Robotern pro Monat an. Kommerzielle Auslieferungen in China und weiteren Märkten sind für 2027 geplant. 8
Warum es wichtig ist
XPeng kann Autofabriken, Zulieferer, Chips und Software für autonomes Fahren auch für humanoide Roboter nutzen. Damit hat der Konzern einen direkteren Weg zur Serienproduktion als ein Robotik-Startup, das jede technische Ebene neu aufbauen muss.
Realitätscheck
Die Finanzierungsvereinbarungen müssen noch vollzogen werden. Das Produktionsziel stammt von XPeng selbst, und die ersten Roboter sollen im eigenen Unternehmen arbeiten. Eine Serienfertigung beweist weder externe Nachfrage noch einen zuverlässigen Betrieb.