1. TERAFAB: Chips für Musks Firmenimperium (KI / Raumfahrt)
Elon Musk stellte TERAFAB am 21. März im stillgelegten Seaholm-Kraftwerk in Austin vor. Die gemeinsame Chipfabrik von Tesla, SpaceX und xAI soll zwischen 20 und 25 Milliarden Dollar kosten. Musk bezeichnete das Vorhaben als das mit Abstand größte Chipprojekt der Geschichte. 1 Die Anlage soll Logikchips, Speicher und moderne Chipverpackung unter einem Dach vereinen und im 2-Nanometer-Verfahren produzieren. Geplant sind Inferenzchips für Tesla-Fahrzeuge und Optimus-Roboter sowie leistungsstarke Chips für SpaceX-Satelliten mit KI-Rechenzentren. Den größten Teil der Produktion soll xAI erhalten. 2
Warum es wichtig ist
Musk will wesentliche Teile seiner KI-Infrastruktur selbst kontrollieren: xAI entwickelt die Modelle, TERAFAB liefert die Chips, SpaceX bringt Rechenzentren ins All und Tesla setzt sie in Fahrzeugen und Robotern ein. Mit bis zu 25 Milliarden Dollar wäre TERAFAB eine der teuersten privat finanzierten Halbleiterfabriken überhaupt.
Realitätscheck
Einen Zeitplan für den Bau nannte Musk nicht. Seine Termine verschieben sich häufig. Teslas Supercomputerprojekt Dojo wurde im August 2025 eingestellt und nur wenige Monate später teilweise wieder aufgenommen. 3 Die veranschlagten 20 bis 25 Milliarden Dollar stehen bislang nicht in Teslas Investitionsplan für 2026. Keines der beteiligten Unternehmen betreibt bisher eine moderne Halbleiterfabrik. Zum Vergleich: TSMC investiert 165 Milliarden Dollar in sechs Werke in Arizona, die frühestens 2029 Chips im 2-Nanometer-Verfahren fertigen sollen.
2. Die SEC ordnet Krypto neu ein (Krypto)
Am 17. März veröffentlichten SEC und CFTC eine 68-seitige Auslegung zur Einordnung digitaler Anlagen nach US-Bundesrecht. Sechzehn Kryptowährungen, darunter Ethereum, Solana, XRP, Cardano, Chainlink, Dogecoin und Shiba Inu, gelten darin als digitale Rohstoffe und nicht als Wertpapiere. 4 Die Behörden unterscheiden fünf Kategorien: digitale Rohstoffe, digitale Wertpapiere, Stablecoins, digitale Sammlerstücke und Utility-Token. Nur digitale Wertpapiere bleiben vollständig in der Zuständigkeit der SEC.
In derselben Woche weitete PayPal den Zugang zu seinem Stablecoin PYUSD auf 70 Länder aus, 5während Morgan Stanley die Zulassung eines Spot-Bitcoin-ETF mit dem Kürzel MSBT an der NYSE Arca beantragte. 6
Warum es wichtig ist
Die gemeinsame Auslegung gibt Kryptoprojekten erstmals einen bundesweiten Maßstab dafür, ob ihr Angebot als Rohstoff oder als Wertpapier behandelt wird. Für Banken und andere große Anleger sinkt damit ein wichtiges rechtliches Risiko. PayPals Ausbau und Morgan Stanleys ETF-Antrag zeigen, dass etablierte Finanzunternehmen darauf reagieren.
Realitätscheck
Die Veröffentlichung ist eine behördliche Auslegung und kein Gesetz. Der CLARITY Act, der die Einteilung dauerhaft verankern würde, liegt nach der Zustimmung des Repräsentantenhauses weiter im Senat. Eine künftige Regierung könnte die Regeln wieder ändern. Außerdem bleiben Tausende kleinere Token rechtlich ungeklärt.
3. Nvidias Plan für eine Billion Dollar (KI)
Auf der GTC 2026 stellte Jensen Huang Nvidias nächste GPU-Plattform Vera Rubin vor. Sie besteht aus 1,3 Millionen Komponenten und soll pro Watt zehnmal mehr Leistung als Blackwell liefern. Die Auslieferung ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. 7 Huang kündigte außerdem NemoClaw an, ein KI-Agentensystem für Unternehmen, sowie die Groq 3 LPU. Sie ist der erste Chip aus Nvidias 20 Milliarden Dollar teurer Groq-Übernahme und soll im dritten Quartal 2026 erscheinen. Für Blackwell und Vera Rubin sieht Nvidia bis 2027 ein mögliches Umsatzvolumen von einer Billion Dollar. Allein Amazon will eine Million Chips abnehmen. 8
Huang forderte jedes anwesende Unternehmen auf, eine Strategie für KI-Agenten zu entwickeln. Dafür müssten Energieversorgung, Chips, Infrastruktur, Modelle und Anwendungen gemeinsam ausgebaut werden.
Warum es wichtig ist
Die Aussicht auf Aufträge im Wert von einer Billion Dollar zeigt, wie groß Nvidia den weiteren Ausbau der KI-Infrastruktur einschätzt. Mit Vera Rubin, NemoClaw und Groq will der Konzern nicht nur Chips liefern, sondern auch bei Inferenz und KI-Agenten eine zentrale Rolle spielen.
Realitätscheck
Die Billion Dollar ist eine Prognose und kein gebuchter Umsatz. Ein Jahr zuvor hatte Huang bis 2026 noch 500 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Nvidias Kunden investieren unter der Annahme, dass die Nachfrage nach KI-Rechenleistung weiter stark wächst. Bleibt sie hinter den Erwartungen zurück, können Bestellungen reduziert oder verschoben werden.
4. Der Kuh-Algorithmus (Robotik / KI)
Das neuseeländische Startup Halter entwickelt KI-gestützte Halsbänder für Milchkühe. Sie überwachen Gesundheit und Standort und können die Tiere per Signal zusammentreiben. Landwirte lösen das über eine App aus. Die Technik ist auf mehr als 5.000 Betrieben in Neuseeland, Australien und den USA im Einsatz. 9
Peter Thiels Founders Fund verhandelt über die Führung der nächsten Finanzierungsrunde bei einer Bewertung von 2 Milliarden Dollar. Das wäre doppelt so viel wie im Juni 2025. Halter verlangt im Abonnement 5 bis 8 Dollar pro Kuh und Monat und nennt den zentralen Algorithmus selbst "Cowgorithm". 10
Warum es wichtig ist
Halter zeigt, wie KI auch außerhalb klassischer Technologiebranchen eingesetzt wird. Hunderttausende Tiere liefern fortlaufend Daten zu Bewegung, Gesundheit und Verhalten. Landwirte können dadurch große Herden genauer überwachen und Arbeitsabläufe automatisieren. Das Abo-Modell macht daraus zugleich ein Geschäft mit wiederkehrenden Einnahmen.
Realitätscheck
Die Finanzierungsrunde ist noch nicht abgeschlossen, und eine Bewertung von 2 Milliarden Dollar ist für ein Agrartechnikunternehmen sehr hoch. Das System eignet sich vor allem für Weidehaltung, wie sie in Neuseeland und Australien verbreitet ist. In stärker geschlossenen US-Betrieben ist der Nutzen geringer. Zudem haben viele Agrartechnik-Startups in den vergangenen Jahren wirtschaftlich enttäuscht.
5. Meta zieht sich aus dem Metaverse zurück (XR)
Am 18. März kündigte Meta in seinem Community-Forum an, Horizon Worlds bis zum 15. Juni von Quest-Headsets zu entfernen und nur noch als mobile App anzubieten. 11 Nach Protesten von Nutzern nahm Technikchef Andrew Bosworth die Entscheidung binnen 24 Stunden zurück. Horizon Worlds soll vorerst auf Quest verfügbar bleiben. 12 An der grundsätzlichen Entwicklung ändert das wenig.
Reality Labs hat seit 2021 schätzungsweise 73 bis 80 Milliarden US-Dollar verloren. Der Absatz der Quest-Headsets sank im Jahresvergleich um 16 Prozent. Die mobile App von Horizon Worlds wurde 45 Millionen Mal heruntergeladen, erzielte aber insgesamt nur 1,1 Millionen Dollar an Verbraucherausgaben. Meta strich im Januar 2026 außerdem 1.500 Stellen bei Reality Labs. Der Großteil der für 2026 geplanten Investitionen von 115 bis 135 Milliarden US-Dollar fließt inzwischen in KI statt in VR. 13
Meta ging davon aus, dass Hunderte Millionen Menschen viel Zeit in virtuellen Welten verbringen würden. Diese Nachfrage ist ausgeblieben.
Warum es wichtig ist
Meta hat mehr als 73 Milliarden Dollar in eine Produktkategorie investiert, die kein breites Publikum gefunden hat. Dass der Konzern Kapital und Personal nun in KI verlagert, ist eine deutliche Abkehr von der Strategie, nach der Mark Zuckerberg das Unternehmen umbenannte.
Realitätscheck
VR verschwindet nicht vollständig. Apples Vision Pro findet einzelne Anwendungen in Unternehmen, und VR-Spiele wachsen weiter, wenn auch langsam. Metas Rückzieher zeigt zudem, dass der Konzern das Metaverse nicht sofort aufgibt. Den deutlichsten Markterfolg erzielt Meta derzeit jedoch mit seinen KI-gestützten Ray-Ban-Brillen.