1. Meta kauft Agenten und plant Stellenabbau (KI)
Meta übernahm Moltbook, ein soziales Netzwerk für KI-Agenten. Auf der an Reddit angelehnten Plattform veröffentlichten und kommentierten mehr als 1,5 Millionen autonome Agenten. Bekannt wurde sie auch durch erfundene Beiträge, die außerhalb der Plattform für echte Aussagen gehalten wurden. 1 Mit der Übernahme erhält Meta eine bestehende Infrastruktur, auf der sehr viele KI-Agenten miteinander interagieren können. 2
In derselben Woche wurde bekannt, dass Meta den Abbau von rund 20 Prozent seiner Belegschaft erwägt, etwa 16.000 Stellen. Damit sollen die hohen Kosten der KI-Infrastruktur ausgeglichen werden. 3 Noch wichtiger ist die Schwäche des eigenen Spitzenmodells mit dem Codenamen Avocado. Es konnte mit den Modellen von OpenAI, Anthropic und Google nicht mithalten. Meta prüft deshalb, Googles Gemini für seine Verbraucherprodukte zu lizenzieren. 4
Warum es wichtig ist
Meta hat mehr als 65 Milliarden Dollar in KI investiert und könnte dennoch auf das Modell eines Konkurrenten angewiesen sein. Moltbook deutet auf eine andere Strategie: Meta will zumindest die Plattform kontrollieren, über die Agenten ihre Nutzer erreichen.
Realitätscheck
Meta hat weder die Zahl der möglichen Stellenstreichungen noch die Gespräche über Gemini bestätigt. Die 20 Prozent sind eine interne Planungsgröße und keine endgültige Entscheidung.
2. Humanoide Roboter erreichen das Kriegsgebiet (Robotik)
Das US-Robotikstartup Foundation lieferte im Februar zwei humanoide Roboter des Typs Phantom MK-1 an die Ukraine. Sie sollen nahe der Front Aufklärungsaufgaben übernehmen. Mitgründer Mike LeBlanc sprach von einem umfassenden Roboterkrieg. 5 Es ist der erste bestätigte Einsatz humanoider Roboter in einem aktiven Kriegsgebiet.
Unabhängig davon testet das deutsche Startup SWARM Biotactics gemeinsam mit NATO-Kräften lebende Kakerlaken als Aufklärungssysteme. Die Tiere tragen kleine Module mit KI-Hardware, Kameras und bioelektronischen Schnittstellen. Als koordinierter Schwarm sollen sie Orte erreichen, die für Menschen und größere Roboter zu eng sind. 6
Warum es wichtig ist
Über autonome Waffen wird seit Jahrzehnten theoretisch diskutiert. In der Ukraine werden entsprechende Systeme nun praktisch erprobt. Bank of America erwartet, dass die Auslieferung humanoider Roboter von 90.000 im Jahr 2026 auf 1,2 Millionen im Jahr 2030 steigt. 7 Ein Teil wird in Haushalten und Fabriken arbeiten, ein anderer könnte militärisch eingesetzt werden.
Realitätscheck
Die zwei Phantom-Roboter dienen der Aufklärung und nicht dem bewaffneten Kampf. Foundation ist ein junges Unternehmen, kein etablierter Rüstungskonzern. Auch die Systeme von SWARM befinden sich erst in Feldtests.
3. China genehmigt das erste kommerzielle BCI (BCI)
Chinas Arzneimittelbehörde NMPA genehmigte die invasive Gehirn-Computer-Schnittstelle von Neuracle Medical Technology für die kommerzielle Nutzung. Es ist die weltweit erste Zulassung dieser Art. 8 Das System richtet sich an Erwachsene mit Verletzungen der Halswirbelsäule. Es liest Hirnsignale aus und steuert damit einen pneumatischen Roboterhandschuh, der das Greifen wieder ermöglichen soll.
In derselben Woche nahm das chinesische Startup Gestala 21,6 Millionen Dollar für nicht-invasive, ultraschallbasierte Gehirn-Computer-Schnittstellen auf. Es war Chinas bislang größte BCI-Finanzierungsrunde in einer frühen Unternehmensphase. 9 Tether veröffentlichte außerdem Ergebnisse seines Projekts BrainWhisperer. Danach wurden neuronale Signale mit einer Genauigkeit von 98,3 Prozent in Text übersetzt. 10
Warum es wichtig ist
Neuralink testet sein System an 21 Menschen, besitzt aber noch keine kommerzielle Zulassung. China hat damit den ersten regulierten Marktzugang geschaffen. Krankenhäuser können nun Erfahrungen mit echten Patienten sammeln, und weitere Anbieter erhalten einen regulatorischen Weg.
Realitätscheck
Neuracles System steuert einen Roboterhandschuh und keinen frei nutzbaren Computerzeiger. Sein Einsatz ist damit deutlich enger als Neuralinks Ziel. Die Zulassung erlaubt zunächst nur wenigen Krankenhäusern die Nutzung und bedeutet keine breite Verfügbarkeit.
4. Die letzte Million Bitcoin (Krypto)
Am 9. März wurde der 20-millionste Bitcoin geschürft. Damit sind mehr als 95 Prozent aller BTC im Umlauf. Die verbleibende Million wird über die nächsten 114 Jahre ausgegeben; der letzte Bitcoin dürfte etwa 2140 entstehen. 11
Der Meilenstein fiel in eine Woche, in der Bitcoin während neuer Spannungen mit Iran zulegte. Während der S&P 500 auf sein Jahrestief fiel, stieg Bitcoin vom 9. bis 13. März von rund 69.000 auf mehr als 72.000 Dollar. Damit gewann die These von Bitcoin als Alternative zu Gold neue Unterstützung. 12 Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten erstmals 2026 an fünf Tagen in Folge Zuflüsse. BlackRocks IBIT verwaltete inzwischen mehr als 55 Milliarden Dollar. 13
Warum es wichtig ist
Bitcoin wurde lange als digitales Gold bezeichnet, ohne sich in Krisen zuverlässig so zu verhalten. In dieser Woche hielt sich der Kurs während eines geopolitischen Schocks besser als der Aktienmarkt. Da die Halbierungen das neue Angebot alle vier Jahre verringern, wächst die Knappheit schneller als bei Gold.
Realitätscheck
Eine einzelne Woche reicht nicht für einen belastbaren Trend. Seit dem Rekord von rund 126.000 Dollar im Oktober 2025 hat Bitcoin fast die Hälfte seines Werts verloren. Der längerfristige Kurs zeigt weiterhin nach unten.
5. Pokémon GO wird zur Navigationskarte (XR/KI)
Fast zehn Jahre lang richteten 500 Millionen Spieler von Pokémon GO ihre Smartphones auf Straßen und Sehenswürdigkeiten. Dabei sammelten sie nicht nur Spielfiguren, sondern lieferten auch Bilddaten für eine äußerst detaillierte Karte der realen Welt.
Niantic überführte diese Daten in Niantic Spatial. Der Visual Positioning Service bestimmt den Standort eines Geräts an mehr als einer Million Orten weltweit zentimetergenau. Dazu vergleicht er Livebilder mit den gemeinschaftlich aufgenommenen Fotos von Pokéstops und Arenen. 14
In derselben Woche startete Google Ask Maps, eine auf Gemini basierende Dialogfunktion für Google Maps. Der Dienst erreicht zwei Milliarden Nutzer und enthält Daten zu 300 Millionen Orten. 15 Beide Unternehmen wollen die physische Welt für Maschinen lesbar machen. Niantic gewann seine Daten über ein Spiel, Google über die Suche und seinen Kartendienst.
Warum es wichtig ist
Eine zentimetergenaue Positionierung ist für autonome Fahrzeuge, AR-Brillen und Roboter entscheidend. Niantic zeigt, dass wertvolle Datensätze nebenbei entstehen können, ohne dass Nutzer ihren späteren Zweck kennen.
Realitätscheck
Der Dienst funktioniert nur an Orten mit vielen vorhandenen Fotos, vor allem in Städten und an Sehenswürdigkeiten. Die Datensammlung wirft Datenschutzfragen auf. Ask Maps ist zudem eine neue Funktion innerhalb eines bestehenden Dienstes und keine grundlegende Neuerfindung von Karten.